NEWS 2022 - Reflection Magazine


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News aus aller Welt
Art Basel 2022
kunst und kultur gehören zum frieden
Sind Krisen, Umbrüche, Unsicherheit, schwierige Zeiten, wie sie Europa gerade durchlebt, gute Momente für Kunst und Kultur, die Hervorbringung neuer Ausdrucksformen, das Erleben ungewohnter Beziehungsformen und das Wecken herausfordern- der Ideen, die Schöpfung ungewohnter Werke? Oder passiert unter Druck von politischer Aggression und Angstmacherei eher das Gegenteil – ein kultureller Stillstand und der vorsichtige Rückzug ins Private?
Ich wage nicht, diese Frage zu beantworten – schon gar nicht generalisierend oder epochenübergreifend. Die Geschichte kennt Beispiele für beides, oft  lassen sich beide Verhaltensweisen gleichzeitig als  Reaktion auf Phasen abrupten gesellschaftlichen und politischen Wandels feststellen. Tatsache ist wohl, dass Politik, Gesellschaft und Kultur in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen, das je  nach Umständen und Akteuren produktiv, aber auch destruktiv sein kann. Wie dem auch sei: Nicht nur  die aktuelle globale politische Dynamik, Russlands brutaler und illegitimer Krieg gegen die Ukraine, sondern auch die Reaktion von Kunst und Kultur darauf wird lebhaft und für die künftige Entwicklung prägend sein. Das zu beobachten oder gar daran teilzuhaben wird von hohem Interesse sein.

Daniel Ortolan & Aurora D'Agostino

Foto by Simon Hitzinger
CreativitY
Hallo louise
Das Werk von Louise Bourgeois setzt sich mit den stärksten menschlichen Emotionen auseinander: Liebe, Begehren, Abhängigkeit, Sexualität, Zurückweisung, Eifersucht und Verlassenwerden. Das Mitmachheft „Hallo Louise“ zur Ausstellung Louise Bourgeois x Jenny Holzer, The Violence of Handwriting Across a Page, macht diese Auseinandersetzung mit der erlebten Realität und eigenen Gefühlswelt anschaulich und lädt mit unterschiedlichen Aufgaben und Ideen dazu ein, das eigene Empfinden zu befragen. Die Mitmachhefte des Kunstmuseums Basel sind assoziativ; die Anweisungen und Aufgaben sollen nicht den Eindruck wecken, es gäbe „richtig“ oder „falsch“, sondern kluge Gedanken und neue Einsichten bewirken. Vor allem sollen Kinder ermächtigt werden, sich frei, fantasievoll und jenseits von Stereotypen auszudrücken. Sechsjährige Jungen sind beispielsweise genauso wie neunjährige Mädchen eingeladen, sich mit komplizierten Gefühlen und starken Emotionen auseinanderzusetzen. Das Mitmachheft „Hallo Louise“ ist für Grrrls, die Boyfriends der Zukunft und für alle mit Mut!

Fiorenza Bieri & Kedist Archie

Foto by Raphael Rapior
   
Politic
Bekenntnis der politik zur basler kultur ist matchentscheidend
Das Einzige, was nicht geschehen darf ist, dass  die Politik plötzlich beginnt, Kultur ausschliesslich  nach Besucherzahlen zu messen und an den  Ausgaben zu rütteln beginnt. Denn unsere „cash cow“ (Basel geht es finanziell sehr gut) ist gleichzeitig unsere Schicksalsgemeinschaft (zusammen mit den tausenden von Life Science Angestellten [viele davon kommen aus dem Ausland]). Gerade hochgebildete Ausländer wählen unsere Stadt, weil eben ein über ragendes Kulturangebot (auch in anderen Bereichen wie der klassischen Musik oder Theater) existiert, sonst würden sie gar nicht kommen.

Trotzdem müssen wir aufpassen, nicht einen Gau zu verursachen, weil das extrem hohe Niveau dieser Stadt zur Selbstverständlichkeit wird und niemand mehr in der Lage ist, das kulturelle Angebot in angemessener Weise wahrzunehmen.

Yannik Zamboni & Florian Spielmann

Foto by Simon Hitzinger
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